Interessanter Beitrag zu Goethe und der Wetterforschung – schlechtes Kalendarium

Der enthaltene Aufsatz „Goethe und das Klima“ von Prof. Bodo Plachta ist sehr interessant. Allerdings ist der Titel falsch gewählt: „Goethe und das Wetter“ wäre korrekter gewesen. Denn es geht um die Erforschung von Wolken und Wetter, also um Meteorologie, und weniger um Klimaforschung. Die Wahl des Titels ist wohl dem Modethema Klimawandel geschuldet.

Jedenfalls sehen wir einen Goethe, der mit Barometer und Thermometer hantiert und als Minister eine der ersten Wetterwarten einrichtet, die regelmäßig ihre Messergebnisse publiziert. Von Howards Klassifizierung der Wolken ist Goethe begeistert, seine eigenen Theorien bleiben jedoch im Vagen stecken, Goethe hat sie zu Lebzeiten nie veröffentlicht. Dazu gibt es eine Reihe von Zeichnungen Goethes sowie Hintergrund- und Kontextinformationen. Sehr schön.

Aufhänger ist übrigens das „Jahr ohne Sommer“, dessen Ursache der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien war. Goethe hat den wahren Grund für das Jahr ohne Sommer allerdings nie erfahren. Schließlich lesen wir, dass Mary Shelley, die das schlechte Wetter an den Genfer See vertrieben hatte, dort mit ihrem Freundeskreis auch Goethes Faust las. Daraufhin schrieb sie den berühmten Roman „Frankenstein“. Im Roman liest wiederum Frankenstein Goethes Werther. Später wird Mary Shelley Goethes Grab in Weimar besuchen. Man kann nun spekulieren, ob sich „Frankenstein“ vielleicht dem Homunculus aus Goethes Faust II verdankt?

Das Kalendarium ist eine Katastrophe. Lieblos werden verschiedenste Goethe-Zitate aneinandergereiht. Man erfährt aber nicht, woher sie stammen. Praktisch unbrauchbar.

Bewertung: 3 von 5 Sternen.