Kategorie: Roman (Seite 1 von 16)

Tibor Rode: Das Mona-Lisa-Virus (2017)

Leider nur ein mittelmäßiger Thriller

Diesmal leider nur ein mittelmäßiger Thriller von Tibor Rode. Noch dazu mit kleinem esoterischem Einschlag. Nein, es ist nicht gerade schlecht. Aber auch nicht wirklich gut. Insofern dann eben doch eher schlecht.

Gut ist wieder die Grundidee: Diesmal walzt Tibor Rode das Thema Schönheit aus. Bei „Das Los“ hatte das Auswalzen eines Themas ziemlich gut funktioniert. Diesmal blieb das Thema jedoch flach und ungreifbar. Es war einfach zuwenig Theorie und Geschichte dahinter. Und zuwenig Verbindung der Geschichte mit der Gegenwart.

Es gibt sogar einen unlogischen Aspekt, den eine gute Recherche verhindert hätte: Die Schönheit der Mona Lisa soll ein Werk des Teufels sein. Nun ist aber nach antiker Tradition das Schöne zugleich auch das Gute. Es passt einfach nicht.

Gut war die Idee mit der Neuroästhetik. Aber es wurde vieles nicht ausgeführt. Weder, dass für die Herstellung der Mona Lisa Mädchen sterben mussten (ähnlich wie in „Das Parfüm“; nur angedeutet), noch dass die Bilder für Neuroästhetiker sprechen können (am Ende behält die Protagonistin es für sich, und es folgt nichts aus den Botschaften der Bilder für die Handlung).

Bewertung: 3 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 06. Oktober 2018)

Thomas Gifford: Assassini – Der Vatikan-Thriller (1990)

Etwas quälende Story mit geringem Ertrag an Spannung, Bildung, Aufklärung

Thomas Giffords „Assassini“ ist ein Vatikan-Thriller, der lange Zeit vor Dan Browns Illuminati erschien und deshalb auch nach ganz anderen Regeln funktioniert. Im Zentrum steht kein uraltes Geheimnis, das zu erforschen wäre, sondern eine Priester-Connection aus dem Zweiten Weltkrieg, deren alte Verbindungen und Rivalitäten Jahrzehnte später zu einer Serie von Morden führt. Die Assassini aus dem 16. Jahrhundert haben dafür kaum mehr als ihren Namen beigesteuert, ihre Einbeziehung in die Story wirkt sehr aufgesetzt.

Der Roman ist auch wesentlich langatmiger als man es von heutigen Romanen gewohnt ist, die Geschichte entwickelt sich eher gemächlich. Die Protagonisten hangeln sich auch kaum selbst von Hinweis zu Hinweis, sondern kommen eher durch Zufälle mit ihren Recherchen voran, oder durch lange Monologe von Zeitzeugen. Es nervt besonders, dass ein Kapitel oft genau in dem Moment abbricht, in dem ein weiteres Stück des Geheimnisses gelüftet wird, so dass der Leser für eine ganze Weile weniger weiß als die Protagonisten des Romans – auf diese Weise baut sich eher Ärger als Spannung auf.

Auch die Story selbst erscheint ein wenig gekünstelt und unwirklich: Dass der Vatikan im Zweiten Weltkrieg nichts besseres zu tun hatte, als sich mit den Nationalsozialisten die Beutekunst zu teilen, ist kaum glaubwürdig; auch das Schema von Papst Pius XII. als Nazi-Papst ist so nicht haltbar.

Der Roman hat nur eine einzige nützliche und aufklärerische Wirkung: Man sieht Priester, Nonnen, Kardinäle und einflussreiche gläubige Laien als ganz normale Menschen denken und handeln und realistisch unfromm sein, und verliert so – sofern man gläubig ist – ein Stück weit die falsche Ehrfurcht und das falsche Vertrauen, das Gläubige der Kirche und ihren Repräsentanten häufig entgegen bringen. Man lernt ein wenig zweifeln und fragen, auch wenn die Story selbst leider zu dick aufgetragen ist, um gläubige Menschen überzeugend ansprechen zu können.

Fazit

Eine etwas quälende Story mit wenig Ertrag an Spannung, Bildung und Aufklärung.

Bewertung: 2 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon ca. 26. Juni 2011; heute dort verschwunden)

Michael Klonovsky: Land der Wunder (2009)

Ästhetisch unakzeptabel: Enttäuschung von diesem Autor

Nachdem ich den „Ramses-Code“ vom selben Autor gelesen hatte, griff ich zum „Land der Wunder“. Ein Fehlgriff. Das Buch ist im Gossenstil der „Idiot“-Bücher geschrieben, offenbar, um ein breites Lesepublikum zu erreichen. Man muss auch solche Bücher einmal gelesen haben, um über unkultiviertes Denken und Empfinden unterrichtet zu sein – aber einmal reicht völlig.

Diesmal habe ich – was ich sehr selten tue – die Lektüre abgebrochen, und zwar an der Stelle, wo der Held der Geschichte besoffen auf der Toilette seiner Freundin einschlief und vom Nebenbuhler den Hintern abgewischt bekam, welcher tags darauf mit Freundin vor dem Erwachenden steht, in Unterhosen, den Geruch von Sperma u.a. verbreitend. Das ist es, was von diesem Buch bleibt, und das muss man sich nicht geben.

Nach kurzem Überfliegen des Endes (die Freundin und überzeugte Sozialistin wurde zur Prostituierten und stirbt an Krebs) war ich mit dem Buch fertig.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 23. Mai 2015)

Dave Eggers: Your Fathers, Where Are They? And the Prophets, Do They Live Forever? (2014)

Great plot lost to an unexpected theme

The plot of this book is a great idea: A young man kidnaps several persons who played a role in his upbringing, his mother, a teacher, a congressman, a policeman, an astronaut, and forces them to answer those questions he always wanted to be answered.

Don’t we all want to have answers from certain persons from our past? Why did they act like they acted? What did they really think? Our parents, teachers, etc.?

This book could have been a great story, if it concentrated on the big questions in the heart of everybody.

The problem is: The book is not about these big questions, and the young kidnapper is not everybody. The book is about fatherless young men. Partly non-white. And their problems. And troubles with the police which makes use of guns far to quickly. And drug-addicted mothers. This is interesting, too, but it disappoints the expectation.

Therefore the title: „Your fathers where are they?“ And the young man killed by the police far too quickly considered himself to be a prophet, therefore the title „and the prophets, do they live forever?“ First you think, these are some of the questions the young kidnapper will ask his victims, yet these questions never appear in all the book.

The dialogue as literary form is well-applied in this book, this made it worth reading, too.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 15. August 2015)

Tibor Rode: Das Los (2014)

Richtig gute Story technisch nicht optimal umgesetzt

Tibor Rode kann gute historische Stoffe finden und sie auch gut für einen Roman aufbereiten. Das hat er hier wieder gezeigt. Das Thema Glück und Spiel wird literarisch gelungen aufbereitet, anhand der preußischen Lotterie von Friedrich dem Großen und dem modernen Pokerspiel.

Aber bei der technischen Umsetzung zeigen sich weiterhin Mängel: Die verschiedenen Handlungsstränge fangen erst nach 2-3 Stunden Hörzeit (Hörbuch) an, sich zu verknüpfen. Das ist zu lange. Und da fängt die Zusammenführung ja erst langsam an! Das endgültige Zusammenführen der verschiedenen Handlungsstränge geschieht erst kurz vor Schluss!

Allerdings hat das Buch einen völlig überraschenden und schönen Schluss, der einen wieder versöhnt. Lesen lohnt, der Leser sollte aber wirklich bis zum Schluss die Hoffnung aufrecht erhalten, dass sich das Buch wider Erwarten doch noch rundet.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 24. Januar 2016)

Heinz Helle: Die Überwindung der Schwerkraft (2018)

Unausgeführte literarische Versuche, die kein Ganzes ergeben, und wenig hell sind

Dieses Buch ist ein Torso. Es hat lauter unzusammenhängende Kleinigkeiten darin, die literarisch oder inhaltlich von Wert sind: Zunächst ein endloser psychedelischer Strom von Assoziationen und Rückblenden, teilweise im Suff. Dann die literarische Gestaltung des Redens im Suff (Marmeladow in Dostojewskis Schuld und Sühne bleibt aber unerreicht). Sehr interessant die Idee, dass die Sprache durch ihren Klang Trost und Sicherheit spendet, und weniger durch ihre Inhalte. In diesem Sinne könnte der psychedelische Strom von Assoziationen in diesem Buch als beruhigendes Dauermurmeln für den Leser interpretiert werden.

Inhaltlich werden zahllose aktuelle Themen angerissen, insbesondere in der Oberflächlickeit des Suffs, aber dann bekommen die Themen häufig doch noch einen Drive in größere Tiefe. Aber immer nur angedeutet. Und das ist zu wenig. Die Brüderbeziehung ist hingegen eher klassisch: Auf der einen Seite ein Schwärmer und Idealist, der vieles anfängt und nichts zu Ende bringt, eine verletzliche und empfindliche Natur, die hysterisch auf die Probleme der Welt reagiert, geistig meist an der Oberfläche verbleibt und Küchenphilosophie betreibt, sich schwer in soziale Zusammenhänge einordnet, Erfolg bei den Frauen hat, aber keine dauerhafte Beziehung zustande bringt, und schließlich dem Alkohol verfällt. Auf der anderen Seite der eher nüchterne, rationale Typ, zurückhaltend und deshalb auch robuster, der Dinge zu Ende führt und tiefer in die Gedanken eindringt (z.B. Panpsychismus). Zwei Welten treffen aufeinander. Neu ist das aber nicht.

Schließlich der Tod als Thema. Die Trauer. Die Erinnerung. Die Banalität des Todes. Trost durch den Erzählstrom der Worte, ohne dass es auf Inhalte ankäme. Wie das Gutenachtlied für Kinder. Nein, das ist alles nicht überzeugend. Ich hätte z.B. gerne gehört, ob der Panpsychismus in der Lage ist, Trost zu spenden. Oder ob der Bruder, der sich sein Leben selbst schwer gemacht hatte, sein Leben tapfer und tugendhaft gelebt hat, und ob das Trost spenden kann. Aber nichts davon.

Und all das wird nicht zu einem größeren Ganzen integriert.

An einer Stelle blieb eine Dummheit stehen, die sauer aufstößt. Es geht um die Deutschen unter dem Nationalsozialismus, Zitat: „… die Einwohner jenes Landes in der Mitte des Kontinents, deren Eltern das Zerstören und Töten, das später auch die eigenen Kinder traumatisierte, ja überhaupt erst in Gang gesetzt hatten, durch offene Zustimmung oder mangelnden Widerstand“ (S. 166).

Dass es unzulässig ist, ein ganzes Volk für eine Diktatur in Haft zu nehmen, wusste schon Thukydides, und dass die Athener von dieser Weisheit später abkamen, hatte Thukydides mit großer Klarheit als deutlichstes Zeichen des moralischen Verfalls erkannt. Hinzu kommt die unsägliche Leichtigkeit, mit der es heute üblich geworden ist zu sagen, man hätte bitteschön gefälligst Widerstand leisten sollen, ansonsten wäre man eben schuldig. Ich muss kein Buch gut finden, das mir solche Dummheiten vorsetzt. Die Menschen heute scheitern ja bereits daran, ihre Vereinnahmung durch den Zeitgeist überhaupt zu erkennen, geschweige denn, dass sie Widerstand leisten würden, obwohl man heute dazu weit weniger Mut benötigt, als damals. Bücher sollten ihre Leser aufklären und nicht zur Verwirrung beitragen.

Fazit

Dies ist ist ein Trümmerhaufen von einem Buch. Aus den verkohlten Resten der Ruine kann ein findiger Lumpensammler zwar Kleinigkeiten von Schrottwert herausziehen, mehr aber nicht. Der Titel ist Programm: „Die Überwindung der Schwerkraft“. Ein hehres Versprechen, von dem aber jeder weiß, dass das gar nicht geht. Damit ist dieses Buch völlig programmgemäß an seinem eigenen Anspruch gescheitert.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 17. Juli 2019)

Dan Brown: Das verlorene Symbol (2009)

Brüche der Freimaurerei sind Brüche dieses Buches

Zunächst zur Frage, ob es ein gutes, spannendes Buch ist: Eindeutig ja! Die Handlung braucht zwar das ganze erste Drittel des Buches, um so richtig in Gang zu kommen, was viele Leser offenbar gleich am ganzen Buch verzweifeln ließ, aber dann geht es rasant und fulminant voran, mit furiosen Wendungen, alle Achtung!

Diesmal führt die symbolologische Schnitzeljagd durch die Stadt Washington D.C. vor dem Hintergrund, dass die Gründerväter der USA vielfach Freimaurer waren. Dan Brown pflügt die bekannten und weniger bekannten Symbole Washingtons in bewährter Manier durch und verbindet sie wie immer auf beeindruckende Weise, so dass man nie so genau weiß, was noch Wahrheit, und was schon Erfindung des Romanautors ist. Wegen dieser engen Verschränkung von Wirklichkeit und Phantasie mag man die Romane von Dan Brown. (Allerdings hat das nur in Illuminati perfekt geklappt, wo die Illuminaten am Ende ja gar nicht existierten; in Sakrileg und hier ist etwas zuviel Phantasie dabei.)

Nebenthemen sind die Noetik, d.h. die Wissenschaft von der mutmaßlich metaphysischen Komponente des menschlichen Geistes, und der Glaube an dunkle Mächte, die es dann natürlich ebenfalls geben könnte, wenn es eine metaphysische Ebene gibt.

Nun zur Kritik:

Der Sinngehalt dieses Buches bricht an genau den Bruchlinien, die die freimaurerische Ideologie aufweist. Dan Brown hat diese Ideologie nicht wirklich durchschaut, und stolpert deshalb mit ihr in eine weltanschauliche Falle:

Die freimaurerische Ideologie will in ihren Reihen Menschen verschiedenster Religionen und Weltanschauungen in Frieden vereinigen. Dogmen werden abgelehnt. Über Religion und Politik darf in der Loge nicht gesprochen werden. Hinter allem steht letztlich die Idee, dass alle Religionen und Weltanschauungen am Ende auf dasselbe hinauslaufen. Die Freimaurerei will also eine Art Kernreligion sein, die den wahren Kern aller Religionen und Weltanschauungen repräsentiert und herausschält und die Menschen auf dieser Basis zusammenführt.

Doch das funktioniert so leider nicht ganz.

Die verschiedenen Religionen und Weltanschauungen laufen (leider) nicht alle auf dasselbe hinaus. Sie widersprechen sich gegenseitig ganz erheblich. Man kann eben nicht mit Buddha ins Nirwana kommen und gleichzeitig mit Jesus ins Himmelreich gelangen und gleichzeitig mit Sokrates der Wahrheit ein bescheidenes Schrittchen näher kommen (oder auch nicht), denn die Wege und Ziele von Buddha, Jesus, Sokrates usw. sind eben nicht gleich, sondern völlig verschieden, und widersprechen sich gegenseitig erheblich. Nur auf der oberflächlichen Ebene einer nichtintellektuellen „Volksfrömmigkeit“ laufen alle Religionen und Weltanschauungen auf dasselbe hinaus: Gutes tun, Geborgenheit empfinden, Riten und Traditionen pflegen. Aber das ist nicht immer und nicht zuerst das, was die Begründer der jeweiligen Anschauung meinten. – Weiter: Die Ablehnung von Dogmen durch die Freimaurerei würde fast alle bekannten Religionen und Weltanschauungen von der Mitgliedschaft ausschließen, denn ohne Lehrfundament kommt keine aus. Auch die Freimaurerei verfügt ihrerseits über einige Dogmen, z.B. die Überzeugung, dass es ein wie auch immer geartetes höheres Wesen geben muss. Und wenn man sich über Religion und Politik tatsächlich nicht austauschen dürfte, dann würde es durch die Freimaurer ja niemals eine Verständigung zwischen verschiedenen Anschauungen geben können, weshalb man diese Behauptung der Freimaurer, nie über Religion und Politik zu sprechen, für glatt gelogen halten muss.

Das soll nicht heißen, dass es falsch wäre, nach den Gemeinsamkeiten der Religionen und Weltanschauungen zu suchen und die Anhänger jener Religionen und Weltanschauungen, die zu Humanismus und Humanität fähig sind, gegen die Fanatiker und Traditionalisten zu vereinigen. Auf diesem Prinzip beruht immerhin unsere westliche Welt! Aber eine Weltanschauung sollte man daraus besser nicht machen. Die Freimaurerei funktioniert nur dann und nur deshalb, insofern ihre Mitglieder ihre jeweilige Religion bzw. Weltanschauung teilweise verleugnen und der freimaurerischen Ideologie unterordnen. Sie glauben sozusagen nicht mehr „richtig“ und tragen in ihrer persönlichen Weltanschauung einen Widerspruch mit sich herum, den sie tapfer ignorieren. Hinzu kommt, dass auch die Logen nur menschliche Organisationen sind, die dem vereinsmeierischen Elend einer Kirchengemeinde nicht wirklich etwas voraus haben. Aber wie die amerikanische Geschichte lehrt, hat es sich zum Segen der Gesellschaft ausgewirkt; ob der einzelne Freimaurer mit dieser Selbstverbiegung glücklich wurde, ist eine andere Frage.

Und genau in diese weltanschauliche Falle der freimaurerischen Ideologie ist das Buch von Dan Brown getappt. Denn genau diese Kritik wurde nicht geleistet, sondern Dan Brown schwärmt naiv im Sinne der freimaurerischen Ideologie. Und das verdirbt manches. Nur wenn man das „verlorene Wort“ vor dem Hintergrund dieser Ideologie betrachtet, ist es eine Offenbarung – ansonsten ist es schlicht Humbug, und viele Leser waren deshalb vermutlich enttäuscht. Sie haben nicht verstanden, dass es nicht so sehr der Romanautor Dan Brown ist, der hier floppt, sondern zuerst und vor allem die Ideologie der Freimaurer.

Dieser Grundproblematik sind alle anderen Irrtümer beigeordnet: Die Bibel, der Koran, die Veden usw. sind natürlich keine guten Symbole für „Alte Mysterien“, also z.B. für eine humane Ethik, wie es die Freimaurer verstehen, sondern enthalten allzu menschliche Rechtssetzungen, die mit der Autorität Gottes z.B. zum Töten von Hexen und Steinigen von Ehebrechern auffordern. Eine kabbalistische Deutung der Bibel ist ebenfalls Quark, in der Bibel stecken leider weniger Geheimnisse, als man sich wünschen möchte. Die kühle historisch-kritische Interpretation ist der gerade Weg, und nicht das Suchen nach Chiffren in Texten, die über Jahrhunderte von Menschenhand zusammenkollagiert wurden. Ein „kollektives Bewusstsein“ ist ebenfalls etwas radikal anderes als ein traditioneller Gott mit Himmelreich, und kann damit wohl kaum gemeint gewesen sein. Meditation mag lebensverlängernde Substanz im Gehirn erzeugen, aber sterben muss der Mensch dann doch irgendwann. Und Löffel verbiegen kann der menschliche Geist ebenfalls nicht. Mehr als die simple Weisheit, dass eine gute Stimmung zu guter Gesundheit und Erfolg im Leben führt, ist wohl leider nicht drin in dieser Welt.

Aber interessant ist es doch, all diese Dinge durchzudenken!

Nachträge: Einige Fehler von einer allzu flüchtigen Übersetzung sind noch enthalten („Queste“, „verschanduliert“ u.a.). Das Buch ist für stolze 26,- ziemlich bescheiden ausgestattet. An 2-3 Stellen hat Dan Brown undifferenzierte und schiefe Seitenhiebe gegen den Kampf gegen den Terror der US-Regierung eingebaut; politisch niveaulose Propaganda hat in einem guten Roman nichts zu suchen. Die Humanität der Rettungsfolter kann man nicht mit dem Zeigen sadistischer „Folter“ widerlegen, die Humanität von Verteidigungskriegen nicht mit historischen Eroberungskriegen verwechseln usw. usf.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

Sayaka Murata: Die Ladenhüterin (2016)

Kurze Karikatur auf Kollektivierungstrieb und Scheinfreundlichkeit der Gesellschaft

Keiko Furukura ist eine Autistin (das wird allerdings nirgends im Buch explizit so gesagt), die keine Gefühle empfinden kann und keine Persönlichkeitsentwicklung kennt, die sie gesellschafts- und beziehungsfähig machen würde. Als Studentin begann sie als Aushilfe in einem Konbini zu arbeiten, einem typisch japanischen Kleinsupermarkt. Dort findet sie das Umfeld, das ein Autist braucht, um sich wohlzufühlen: Eine berechenbare, überschaubare Welt, in der sich nichts verändert, und wo ihr sogar gesagt wird, welche Worte und welche Mimik sie den Kunden gegenüber verwenden soll. Sie beginnt auch die Sprache und die Kleidung ihre Kolleginnen zu imitieren. Mit Mitte 30 arbeitet sie immer noch als Aushilfe im Konbini, hat keine Freunde und war noch nie mit einem Mann zusammen. Der Konbini ist ihr ganzes Leben.

Dann taucht Shiraha auf, ein Bilderbuchexemplar von einem männlichen Versager. Zur Rationalisierung seines Versagens hat er sich allzu holzschnittartige Vorstellung von der Gesellschaft und von der Rolle von Mann und Frau zurechtgelegt. Eines hat er jedoch bestens verstanden: Welche Erwartungshaltungen die Gesellschaft hat. Keiko Furukura lässt Shiraha bei sich wohnen, weil er ihr einredet, dass sie damit die Erwartungshaltungen der Gesellschaft erfüllen könnte – was anfänglich auch erstaunlich gut funktioniert. Doch der Versuch scheitert, und am Ende geht Keiko wieder ganz in der Welt des Konbini auf.

Anhand der Geschichte zeigen sich die Erwartungshaltungen der Gesellschaft, der Trieb der meisten Menschen, alle anderen gewissermaßen zu „kollektivieren“, und eine heute leider sehr verbreitete Scheinfreundlichkeit, die alles zum Schein zusammenhält. Doch unter der Oberfläche gibt es keine Freundlichkeit mehr.

Teilweise hat die Gesellschaft berechtigte und verständliche Erwartungshaltungen:

  • Man sollte nicht ewig nur als Aushilfe arbeiten.
  • Eine Beziehung gehört zu einem normalen und bereicherten Leben dazu.
  • usw.

Teilweise zeigt sich aber auch erschreckendes und peinliches Denken und Verhalten:

  • Allzu klischeehafte Vorstellungen von der Rolle von Männern und vor allem Frauen.
  • Spontanes kollektives Lästern, Tratschen und Herziehen über Außenseiter und Andersartige. Herdentrieb pur.
  • Spontane Produktion von klischeehaften Phantasien, wie etwas zu laufen habe, ohne diese Phantasien an der Realität und vor allem an den Präferenzen dessen zu überprüfen, für den man sich diese Phantasie macht.
  • Es wird deutlich, was für lächerliche Eigenschaften die „Eintrittskarten“ in die „normale“ Gesellschaft sind, und wie willkürlich die Ausschließung von Andersartigen ist. Eine Beziehung zu haben scheint für manche der Unterschied zwischen Sein und Nichtsein zu sein.
  • Nicht zuletzt wird auch die Konbini-Kultur auf die Schippe genommen: Dass gerade eine Autistin sich in dieser Konsumwelt des schönen Scheins am wohlsten fühlt, zeigt deren Defizite am deutlichsten.

Was den Leser etwas nervt, ist der Umstand, dass sowohl Keiko als auch Shiraha keinerlei Antrieb zu einer Entwicklung zeigen. Sie sind völlig zufrieden mit ihrer reduzierten Stellung in der Welt. So möchte man nicht denken und leben. Allerdings sollte man beachten: Der ganze Roman ist eine einzige Karikatur. Als Karikatur ist es erlaubt.

Ärgerlich wie so oft ist auch das Marketing des Verlags, das die Aussageabsicht des Buches völlig verdreht: Es ginge um „eine Liebesgeschichte aus den Tiefkühlregalen des Herzens“, heißt es da auf dem Coverrücken. Nein! Defnitiv nein. Dieses Buch ist alles andere als eine Liebesgeschichte, und gerade daraus bezieht es seinen Charme. Ebenso falsch diese Aussage auf dem Coverrücken: „Keikos Weltordnung gerät ins Wanken“. Das tut sie eben gerade nicht. Die Eskapade mit Shiraha geschieht ja gerade zu dem Zweck, diese Weltordnung zu bewahren. Und am Ende setzt Keiko die von ihr bevorzugte Weltordnung gegen alle Anfechtungen durch und bleibt in ihrer Konbini-Welt. Gerade dieses konsequente Durchziehen ihrer autistischen Position ist der Plot des Buches.

Davon abgesehen ist dieses Büchlein aber ein wahrer Genuss: Seite für Seite ein trocken-absurdes Feuerwerk der Ironie! Leider werden nur wenige es verstehen. Der Marketing-Mist des Verlags deutet es schon an. Die Amazon-Rezensionen sagen alles. Doch für diese Wenigen, die es verstehen, ist es geschrieben. Willkommen im Club?

Bewertung: 5 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 09. Januar 2020)

Dan Brown: Diabolus (1998)

Der erste Pageturner von Dan Brown – Computerwissenschaften statt Mysterien

Der erste Pageturner von Dan Brown – Computerwissenschaften statt Mysterien

Mit „Diabolus“/“Digital Fortress“ hatte Dan Brown den ersten Roman vorgelegt, der seinen Welterfolg begründete. Bereits hier ist das Grundschema aller seiner folgenden Romane angelegt: Der Ruf an einen Experten, mit einem Flugzeug an einen Tatort zu kommen – eine Schnitzeljagd und ein Wettlauf mit einem Serienmörder – mehrere Parallelhandlungen – ein Guter, der sich als Böser entpuppt und umgekehrt – usw. usf.

Anders als bei den späteren Romanen um den Symbolologen Robert Langdon geht es hier aber um Computerwissenschaften und weniger um mysteriöse Dinge. Auch ist das bekannte Grundschema noch nicht zur Perfektion gebracht worden. Die Orte der Schnitzeljagd sind zudem kulturell und touristisch völlig nebensächlich.

Ein gut zu lesender Pageturner ist es jedoch allemal. Nicht mehr und nicht weniger.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 05. August 2012)

Steve Berry: The Cotton Malone Series Vol. 1-14 (2006-2019)

Overall Rating: 3 of 5 Stars.

Vol. 01: The Templar Legacy (2006) – Grundsolide mit Längen

Eine grundsolide geschriebene Schatzjäger-Story rund um die Geheimnisse von Rennes-le-Chateau, die allerdings ihre Längen hat: Sowohl werden die Charaktere in viel zu vielen und zu langen Rückblenden erklärt, als auch das Geheimnis von Rennes-le-Chateau besser und zu oft wiederholt erläutert, als es dem Leser lieb sein kann. Negative Überraschungen gibt es nicht, da grundsolide gemacht, aber dafür gibt es auch wenig positive Überraschungen. Im Anhang eine gute und genaue Beschreibung, was zum allgemeinen „Geheimnis“ rund um Rennes-le-Chateau gehört und was der Autor hinzu erfunden hat. Vielleicht werden sich spätere Bände der Serie steigern? Wer das Genre mag, wird jedenfalls gut bedient, man macht mit diesem Buch nichts falsch. Das englische Hörbuch ist gut gelesen von Paul Michael.

Rating: 4 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 04 August 2012)

Vol. 02: The Alexandria Link (2007) – Wohlkonstruierte Wer-jagt-Wen-Story

Steve Berry hat mit dem Alexandria Link einen soliden und mehr als einmal sogar überraschenden Pageturner geschrieben. Zum einen werden die Handlungsfäden und die gegenseitigen Beeinflussungen der Personen so geschickt verflochten, dass die Story immer wieder eine überraschende Wendung nimmt. Zum anderen gelingt es Steve Berry, dem Leser eine Idee davon zu geben, wie die Überlieferungen von Bibel und anderen heiligen Schriften verfälscht worden sein könnten. Der stärkste Moment ist hier die Präsentation eines fiktiven Briefwechsels zwischen Augustinus und Hieronymus.

Damit sind wir auch beim Schwachpunkt: Die in diesem Buch behandelte Verfälschung des Bibeltextes ist ziemlich unhistorisch und wird nur von wenigen arabisch-freundlichen Wissenschaftlern geteilt. Es wäre besser gewesen, das Buch auf eine andere, inzwischen weithin akzeptierte Erfindung aufzubauen. Siehe dazu z.B. das Buch von Finkelstein und Silberman: „Keine Posaunen vor Jericho“. Der zweite Schwachpunkt ist, dass Israel ziemlich schlecht wegkommt gegenüber den Arabern. Der Autor kann zwar in dem angehängten Interview glaubwürdig versichern, dass er sich um Ausgleich bemüht hat, dennoch werden die guten Argumente Israels einem fiesen israelischen Agenten in den Mund gelegt, was kaum einen Leser zu Sympathie bringen dürfte. Für diese zwei Schwachpunkte 1 Stern Abzug.

Rating: 4 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 04 August 2012)

Vol. 03: The Venetian Betrayal (2007) – Fairly good Steve Berry

A fairly good Steve Berry / Cotton-Malone novel. The historical background is interesting (the location of Alexander the Great’s tomb) and the proposed solution is elegant and realistic. The idea of a middle Asian federation is also interesting and realistic. The topic of biological warfare and HIV is handled well in this novel. Nice especially the running gag with the Greek Fire machines. The new character Victor can appear again in following books. Well-done part of the series.

Rating: 4 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 18 September 2012)

Vol. 04: The Charlemagne Pursuit (2008) – Nice part of the Cotton Malone series

This part of the Cotton Malone series is considered to be one of the best, and rightly so: The plot is constructed well: Two sisters fighting against each other, two teams of investigators, one big bad influential guy with a crazy perfect killer and a female ally, one thrilling historical quest, and it’s all about the past death of Cotton Malone’s father in a sunken submarine and the purpose of his mission. What is less thrilling is that US President Dany Daniels is interfering too often, in reality this would not happen.

The historical background this time is not, as the title suggests, the early Middle Ages, but something totally different: The idea of a long-forgotten culture before all known cultures, from which all later cultures all over the globe allegedly got their initial kick-off: A developed town under the ice shield of Antarctica, called „Tartarus“. Unfortunately, such an early culture did never exist, and the plot of the book is thus partly unreasonable and supports pseudo-science. By the way: It is not meant to be „Atlantis“ which is explicitly considered to be a romantic reminiscence to the allegedly original „Tartarus“.

The author included the weird ideas of Germany’s National Socialists in the 1930s and 1940s who started expeditions in search for the roots of a „master race“. This historical aspect is even more interesting than this novel’s phantasy of an early Antarctic civilization. An epilogue makes clear what is fiction and what is fact.

Rating: 4 of 5 Stars.

Vol. 05: The Paris Vendetta (2009) – The wrath of Thorwaldsen creates a catastrophic fate

This time Steve Berry concentrates on Henryk Thorwaldsen and his revenge for the death of his son. Thorwaldsen found out who was the killer, but the Magellan Billet wants him, too, and alive. Cotton Malone stands between them and has to act as a friend against Thorwaldsen which escalates Thorwaldsen’s wrath to the extreme, with catastrophic consequences.

I enjoyed this book more than „The Charlemagne Pursuit“, it is much more realistic and the plot is really dramatic in the very sense. One important person has to die, another one comes newly into the story. The fight against the professional terrorist Peter Lion has James Bond qualities. One of the best Cotton Malone books, I would say.

What is strange is the notion that Muslims in France were allegedly repressed from taking part in the societal life and therefore tend to terrorism; no such repression exists, especially not in a laical country like France, rather it is the other way round that a certain part of the Muslims keeps distance to western rationality, freedom and the French way of life, although they are invited to take part; furthermore radical believers of all religions need no other reason for bombing than that someone is not submissive to their faith. All in all the book has a far too simple view on problems with Muslim immigration in Europe.

Rating: 5 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 02 December 2012)

Prequel to Vol. 06: The Balkan Escape (2010)

Keine Rezension vorhanden.

Vol. 06: The Emperor’s Tomb (2010) – Exciting and informative episode of the Cotton Malone series

The usual concept of the Cotton Malone series plays out at its best in this part. This time it is again Victor who has to act in a difficult role, changing sides again and again. But what is important in addition to the exciting story is the information on China, present and past. The still not excavated emperor’s tomb, the role of Eunuchs, the eternal debate of legalists and Confucianists, etc., gives the reader much to learn and to think about.

Rating: 5 of 5 Stars.

Vol. 07: The Jefferson Key (2011) – Not the best part of the series

This part of the Cotton Malone series did not convince: The mystery is not an ancient mystery but an alleged secret from the beginning of the US history. Furthermore, this secret seems to be a bit far-fetched: Letters of marque, lost but still valid, pirates still active, hm? Ok, not each part of the series can be perfect. The person in focus this time is Dany Daniels, the fictitious president of the United States – or is he? More his wife, I would say, or … her friend. Well, well, hm. And the British fort where the climax of the story happens, where the secret is found and the final battle is taking place: It is invented, only. It does not sum up to a round story. You can better, Steve Berry!

Rating: 3 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 21 July 2013)

Vol. 08: The King’s Deception (2013)

Keine Rezension vorhanden.

Vol. 09: The Lincoln Myth (2014) – Convincing part of the series

This time the main themes are the Latter Day Saints, Abraham Lincoln and the question of the legitimacy of secession of a state from the United States.

From Denmark over Salzburg/Austria to Demoins/Iowa and Salt Lake City/Utah the hunt for old and hidden documents and riddles goes through the constitutional history of the United States, and it is rewarding: We learn a lot of what happened and who decided which question, etc.

Very particular is the confrontation of Cotton Malone with Cassiopeia Vitt when he disturbs her while having a kind of rendezvous with an old resp. new lover in Salzburg, great : – )

The end is sad, but creates interest for more.

Rating: 5 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 20 July 2014)

Vol. 10: The Patriot Threat (2015)

Keine Rezension vorhanden.

Vol. 11: The 14th Colony (2016)

Keine Rezension vorhanden.

Vol. 12: The Lost Order (2017) – Not convincing part of the series

This time it is about the Smithsonian Institution in Washington DC, the Knights of the Golden Circle, the Civil War, another ancestor of Cotton Malone, and an alleged gap in the US constitution. The whole thing is rather constructed, not very nice, and tension is created over too long periods for unnecessary reasons until it is resolved, and it is always clear how the tension will be resolved.

Rating: 3 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 07 January 2020)

Vol. 13: The Bishop’s Pawn (2018) – Special episode: Martin Luther King Jr and Cotton Malone’s beginnings

This part of the Cotton Malone series shows Cotton Malone on his very first assignment for the Magellan Billet. Without preparation he is tossed into a dangerous treasure hunt with one murder after the other. Also he himself has to kill several times. At the beginning, it is the usual Cotton Malone novel: There is the treasure hunt, there are Cotton Malone’s troubles with his wife years before the divorce, and the information adds up very slowly, often too slowly, and there is too much action in relation to information.

But in the last third of the book it becomes clear that this novel is something special. It is not only the flashback to Cotton Malone’s beginnings and his first encounter with Stephanie Nell. It is more that this novel manages to create awareness and understanding for Martin Luther King Jr and his struggle in a very convincing way. The plot is well-designed and fits perfectly into real history: It is about the FBI and its director J. Edgar Hoover as bad guy behind the scenes of Martin Luther King’s assassination in Memphis 1968, and about the character and inner struggles of Martin Luther King, and the real meaning of his death. This is well done!

Small problem: The author sees the modern Black Live Matters movement (BLM) in the line of Martin Luther King. Nothing could be more wrong. BLM acts violently, has no respect for the heritage of the US, and implements an identity politics which re-defines social problems as racial problems. At least, Steve Berry does well to urge the reader to read Martin Luther King’s speeches again, especially „I have a dream“ and the Mountaintop speech. Also recommendable is the text „A tough mind and a tender heart“. The reader will quickly and easily see where the differences to BLM are, and will elevate his mind above today’s troubles by enjoying these timeless thoughts.

Rating: 5 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 05 January 2021)

Vol. 14: The Malta Exchange (2019) – Big theme given away for simplistic anti-Catholicism

It’s about a secret document by Constantine the Great and the famous First Christian Council of Nicaea in 325 AD. According to this novel, Constantine required the church in this document to add all those doctrines to the Christian faith which make the difference between the Catholic Church and the Protestant Churches. This sums up to a „black legend“ of the Catholic Faith: As if priesthood, the idea of original sin, the devil, the sacraments including Penance, etc., were all invented with political purpose only to keep the faithfuls subdued in superstition. Also the gospels allegedly were sorted out by this criterion. This message of the novel is also confirmed by the author himself in his discussion what he invented and what is real. He says that historians had allegedly found out this.

Of course, this is nonsense and not true and an abhorrently simplistic form of anti-Catholicism. The evolving of the doctrines of the Church (there was only one Church, then, no specific Catholic church) was driven by many motives, politics among them, but not only by politics and the evolving happened over a long time, and many doctrines are well-based in the beginnings. It is also nonsense, to assign these doctrines to the Catholic Church, but to forget the Eastern Orthodox Churches: They are built on the same basis, yet they look quite differently, and have also a quite different history of political abuse (not to speak of the history of political abuse of the later Protestant churches …).

It is furthermore not true that the difference between Catholic faith and Protestant faith is along the line drawn in this book. The author has no idea of theology! The author is even entangling himself in at least one obvious self-contradiction: On the one hand he says that the gospels were sorted out according to the political criterion. On the other hand he says that Martin Luther unwrapped the inventions by translating the gospels so that everybody could see that these doctrines do not occur in the gospels. (Which is not true either, many of these doctrines do appear in the gospels.)

Summary: The author wants to draw the attention of his readers to history, because history matters. This is true and an honourable purpose. Therefore I read this series. But the history presented should be correct. The relation of religion and politics is a big theme of history, but Steve Berry has given the theme away for simplistic anti-Catholicism.

The story itself is OK as mostly, one point for that.

Rating: 2 of 5 Stars.
(First publication on Amazon 31 December 2021)

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