Schlagwort: Gosse

Michael Klonovsky: Land der Wunder (2009)

Ästhetisch unakzeptabel: Enttäuschung von diesem Autor

Nachdem ich den „Ramses-Code“ vom selben Autor gelesen hatte, griff ich zum „Land der Wunder“. Ein Fehlgriff. Das Buch ist im Gossenstil der „Idiot“-Bücher geschrieben, offenbar, um ein breites Lesepublikum zu erreichen. Man muss auch solche Bücher einmal gelesen haben, um über unkultiviertes Denken und Empfinden unterrichtet zu sein – aber einmal reicht völlig.

Diesmal habe ich – was ich sehr selten tue – die Lektüre abgebrochen, und zwar an der Stelle, wo der Held der Geschichte besoffen auf der Toilette seiner Freundin einschlief und vom Nebenbuhler den Hintern abgewischt bekam, welcher tags darauf mit Freundin vor dem Erwachenden steht, in Unterhosen, den Geruch von Sperma u.a. verbreitend. Das ist es, was von diesem Buch bleibt, und das muss man sich nicht geben.

Nach kurzem Überfliegen des Endes (die Freundin und überzeugte Sozialistin wurde zur Prostituierten und stirbt an Krebs) war ich mit dem Buch fertig.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 23. Mai 2015)

Juli Zeh: Adler und Engel (2001)

Wer erklärt mir dieses Buch?! Gossenliteratur?

Dieses Buch handelt von einem hippen jungen Rechtsanwalt, der es mit Karriere und Kokserei geschafft hat, Mitte 30 zu werden, ohne jemals über das Leben und dessen Sinn nachzudenken. Dann erschießt sich seine Freundin, und er versteht die Welt nicht mehr und will sterben. Eine Journalistin findet die Story interessant, und obwohl er sie wiederholt spontan zusammenschlägt, kommt die dumme Kuh immer wieder zu ihm in die Wohnung zurück, tja, was soll man da sagen. Das Buch beschreibt u.a. die unmittelbare ästhetische Wahrnehmung von Telefonhörern und von verspritztem Gehirn und andere appetittliche Dinge in sehr anschaulicher Weise.

Und auf S. 40 (ca.) habe ich dann aufgehört zu lesen, und habe nur noch vorgeblättert, und nichts gefunden, was das Weiterlesen gerechtfertigt hätte. Ich glaube jedenfalls nicht, dass sich ganz tief zwischen den Zeilen noch irgendeine Botschaft versteckt hielte, die ich übersehen hätte.

Was soll dieses Buch?
Kann mir das jemand erklären?

Na klar, es gibt solche Menschen, die geistig in der Gosse hocken, und sich ohne Religion und / oder Philosophie in ihrer kümmerlichen Welt einrichten. Aber das interessiert doch niemanden! So etwas nimmt man zur Kenntnis, aber nur einmal, um zu wissen, dass es sowas auch gibt, aber man macht da keinen Roman daraus! Dieses Buch hat es thematisch nicht verdient, geschrieben zu werden. Das Buch erinnert mich fatal an gewisse „Problembücher“ und „Problemfilme“, mit denen mich gewisse Lehrer in meiner Jugend traktieren wollten. Da ging es um Drogen, Sex, Gewalt, Abtreibung usw. Wie wenn das interessant wäre. Ich habe kein Mitleid mit Menschen, die sich ihre Probleme selbst erschaffen. Ich habe kein Mitleid mit Menschen, die statt Vernunft und Liebe (wie es sich gehört!), lieber in den Kategorien von Karriere, Koks, Gewalt und Sex denken. Das ist Gosse. Weg damit!

Das einzig Positive, was ich sagen möchte: Die Autorin kann schreiben. Aber sie sollte ihre Gabe um Himmels willen nicht dazu verschwenden, geistlose Gosse in Romanform zu produzieren.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 11. Dezember 2017)