Monat: Mai 2026

Akif Pirinçci: Deutschland von Sinnen – Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer (2014)

Ehrliche und untermauerte „Rede an die deutsche Nation“

Akif Pirincci (wie immer sich dieser Name ausspricht) hat eine flammende Rede und einen aufrichtigen Appell an die Deutschen geschrieben, der sich durch Klarheit ebenso wie Einfachheit auszeichnet, mit der er die Wahrheit auf eine zutiefst menschliche Weise ausspricht: Pirincci pflegt einen bodenständigen Realismus, der sich ein X nicht für ein U vormachen lässt, der sich einen Blick für das bewahrt hat, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben. Dabei wünscht Pirincci den Grünen Gutmenschen nicht einmal Strafe an den Hals, sie mögen einfach nur die Klappe halten und gehen. Und seine holzschnittartigen Thesen lassen explizit Raum für Andersartigkeit, nur dass Pirincci diese nicht für den Normalfall hält und das auch klar sagt.

Seine Sprache ist weniger eine Gossensprache, sondern vielmehr die Sprache, in der ein Mensch denkt, aber nicht spricht. Eine Sprache der deutlichen Worte, die aber nicht verletzend gemeint sind, sondern nur wahr.

Sehr gut hat Pirincci das Thema der Öffentlichen-Rechtlichen Medien aufgegriffen, das im Tugendterror-Buch von Sarrazin seltsamerweise unter den Tisch fiel. Beim Thema Islam schwächelt Pirincci ein wenig, denn die Möglichkeit eines aufgeklärten Islam analog zum heutigen Christentum blendet er komplett aus – kein großes Problem, da der aufgeklärte Islam noch im Embryo-Status ist. Seine Erlebnisse vor einem deutschen Gericht sind lesenswert. Seine Analyse der prekären Lage der deutschen Mittelschicht (das sind Du und Ich) rüttelt auf. Seine Einsichten in Wirkzusammenhänge der Wirklichkeit sind teilweise beeindruckend.

Dies ist kein dummes Buch. Was ich bei Sarrazin ebenfalls noch nicht gelesen hatte, ist der Umstand, dass die Zuwanderer überwiegend männlich sind, und deshalb das Geschlechterverhältnis in Deutschland auf der Kippe steht. Pirincci kritisiert meisterhaft die deutschen Journalisten und Intellektuellen: Sollten sie nicht hinter den Vorhang der Verhältnisse schauen, anstatt dabei zu helfen, den Vorhang über die Verhältnisse auszubreiten?

Pirinccis Vision ist kein negativer Reflex, sondern ein konstruktiver Appell: Deutsche Männer! Deutsche Frauen! Ihr seid etwas, seid Euch dessen bewusst! Es ist eine Rede an die deutsche Nation, wie in Zeiten des Vormärz. Es ist weniger ein Versuch, ausgefeilte Lösungen für alles anzubieten, als vielmehr ein Aufruf zum Perspektivwechsel! Unter diesem Gesichtspunkt sind dann auch alle Grobheiten und Einfachheiten verständlich und verlieren ihre Schärfe.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 10. August 2014; inzwischen dort verschwunden)

Heinz Helle: Die Überwindung der Schwerkraft (2018)

Unausgeführte literarische Versuche, die kein Ganzes ergeben, und wenig hell sind

Dieses Buch ist ein Torso. Es hat lauter unzusammenhängende Kleinigkeiten darin, die literarisch oder inhaltlich von Wert sind: Zunächst ein endloser psychedelischer Strom von Assoziationen und Rückblenden, teilweise im Suff. Dann die literarische Gestaltung des Redens im Suff (Marmeladow in Dostojewskis Schuld und Sühne bleibt aber unerreicht). Sehr interessant die Idee, dass die Sprache durch ihren Klang Trost und Sicherheit spendet, und weniger durch ihre Inhalte. In diesem Sinne könnte der psychedelische Strom von Assoziationen in diesem Buch als beruhigendes Dauermurmeln für den Leser interpretiert werden.

Inhaltlich werden zahllose aktuelle Themen angerissen, insbesondere in der Oberflächlickeit des Suffs, aber dann bekommen die Themen häufig doch noch einen Drive in größere Tiefe. Aber immer nur angedeutet. Und das ist zu wenig. Die Brüderbeziehung ist hingegen eher klassisch: Auf der einen Seite ein Schwärmer und Idealist, der vieles anfängt und nichts zu Ende bringt, eine verletzliche und empfindliche Natur, die hysterisch auf die Probleme der Welt reagiert, geistig meist an der Oberfläche verbleibt und Küchenphilosophie betreibt, sich schwer in soziale Zusammenhänge einordnet, Erfolg bei den Frauen hat, aber keine dauerhafte Beziehung zustande bringt, und schließlich dem Alkohol verfällt. Auf der anderen Seite der eher nüchterne, rationale Typ, zurückhaltend und deshalb auch robuster, der Dinge zu Ende führt und tiefer in die Gedanken eindringt (z.B. Panpsychismus). Zwei Welten treffen aufeinander. Neu ist das aber nicht.

Schließlich der Tod als Thema. Die Trauer. Die Erinnerung. Die Banalität des Todes. Trost durch den Erzählstrom der Worte, ohne dass es auf Inhalte ankäme. Wie das Gutenachtlied für Kinder. Nein, das ist alles nicht überzeugend. Ich hätte z.B. gerne gehört, ob der Panpsychismus in der Lage ist, Trost zu spenden. Oder ob der Bruder, der sich sein Leben selbst schwer gemacht hatte, sein Leben tapfer und tugendhaft gelebt hat, und ob das Trost spenden kann. Aber nichts davon.

Und all das wird nicht zu einem größeren Ganzen integriert.

An einer Stelle blieb eine Dummheit stehen, die sauer aufstößt. Es geht um die Deutschen unter dem Nationalsozialismus, Zitat: „… die Einwohner jenes Landes in der Mitte des Kontinents, deren Eltern das Zerstören und Töten, das später auch die eigenen Kinder traumatisierte, ja überhaupt erst in Gang gesetzt hatten, durch offene Zustimmung oder mangelnden Widerstand“ (S. 166).

Dass es unzulässig ist, ein ganzes Volk für eine Diktatur in Haft zu nehmen, wusste schon Thukydides, und dass die Athener von dieser Weisheit später abkamen, hatte Thukydides mit großer Klarheit als deutlichstes Zeichen des moralischen Verfalls erkannt. Hinzu kommt die unsägliche Leichtigkeit, mit der es heute üblich geworden ist zu sagen, man hätte bitteschön gefälligst Widerstand leisten sollen, ansonsten wäre man eben schuldig. Ich muss kein Buch gut finden, das mir solche Dummheiten vorsetzt. Die Menschen heute scheitern ja bereits daran, ihre Vereinnahmung durch den Zeitgeist überhaupt zu erkennen, geschweige denn, dass sie Widerstand leisten würden, obwohl man heute dazu weit weniger Mut benötigt, als damals. Bücher sollten ihre Leser aufklären und nicht zur Verwirrung beitragen.

Fazit

Dies ist ist ein Trümmerhaufen von einem Buch. Aus den verkohlten Resten der Ruine kann ein findiger Lumpensammler zwar Kleinigkeiten von Schrottwert herausziehen, mehr aber nicht. Der Titel ist Programm: „Die Überwindung der Schwerkraft“. Ein hehres Versprechen, von dem aber jeder weiß, dass das gar nicht geht. Damit ist dieses Buch völlig programmgemäß an seinem eigenen Anspruch gescheitert.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 17. Juli 2019)

Birk Meinhardt: Wie ich meine Zeitung verlor – Ein Jahrebuch (2020)

Teils Ossi-Wessi-Geschichte, teils Zeugnis der Zunahme der Verlogenheit

Birk Meinhardt ist ein waschechter Ossi und erklärt sich dankenswerterweise ausführlich und ehrlich dazu, was das im Guten wie im Schlechten bedeutet. Hier ist das Buch sehr stark. Als er nach dem Mauerfall in den Westen zur Süddeutschen Zeitung kommt, fühlt er sich im Paradies: Er kann alles schreiben was er will! Doch dann bemerkt er immer mehr Einschränkungen, und am Ende passen seine neu erwachte Freiheitsliebe und die Linie der Zeitung nicht mehr zusammen.

Teilweise ist das einfach eine Ossi-Wessi-Geschichte. Der Ossi denkt, im Westen ist das Paradies, und dann ist es doch nicht so. Die Süddeutsche Zeitung hat, wie viele Zeitungen, eine recht klare Linie. Es war schon immer klar, dass man dort nicht alles schreiben kann. Nur hat Birk Meinhardt dies eben erst spät bemerkt. Und es ist im Grundsatz auch nichts verkehrt daran, dass verschiedene Zeitungen verschiedene „Linien“ haben. Das Verlogene liegt eher darin, dass diese Blätter nicht offen dazu stehen und ihre Linie nicht im Untertitel ihrer Zeitung klar zum Ausdruck bringen.

Doch auf dieses Niveau bringt Birk Meinhardt seine Kritik nicht. Teilweise offenbart der Autor, dass er selbst eine recht einseitig Sicht auf die Welt hat. Er ist gegen die USA und ihre Kriege, gegen die NATO, für Russland, usw. usf. Das darf er sein, und es sollte auch eine Zeitung dafür in Deutschland geben, und sowas sollte auch im Öffentlich-Rechtlichen fair behandelt werden. Aber dass er damit bei der Süddeutschen nicht ankommt, ist klar.

Interessanter ist, dass dieses Buch teilweise auch ein Zeugnis dafür ist, dass die Verlogenheit und Einseitigkeit in Deutschland in den letzten Jahrzehnten tatsächlich zugenommen hat. Leider wird das aber nicht sauber von der Ossi-Fehlwahrnehmung getrennt. Der Leser muss sich selbst denken, was auf das eine Phänomen und was auf das andere Phänomen zurückgeht.

Das Buch ist dort stark, wo es ehrlich die eigene Geschichte und die Vorgänge in der Süddeutschen Zeitung beschreibt. Man sieht, was läuft, und wie es läuft. Das ist immer gut und der Anfang und die Basis jeder Kritik. Das Buch schafft es aber nicht, die Analyse auf ein höheres Niveau zu heben, das geeignet wäre, echte Lösung zu formulieren. Es bleibt sozusagen auf Wutbürger-Niveau hängen. Klar, die Zustände machen wütend. Aber die Lösung kann eben nicht sein, dass die Süddeutsche Sachen veröffentlicht, die ihrer Linie zuwiderlaufen. Deshalb nicht volle Punktzahl.

Die richtige Kritik wäre gewesen: Die Süddeutsche muss offen zu ihrer politischen Linie stehen. Und es muss andere Zeitungen und öffentlich-rechtliche Journalisten geben, die auch die anderen Meinungen zum Zuge kommen lassen.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 14. Februar 2021)

Dan Brown: Das verlorene Symbol (2009)

Brüche der Freimaurerei sind Brüche dieses Buches

Zunächst zur Frage, ob es ein gutes, spannendes Buch ist: Eindeutig ja! Die Handlung braucht zwar das ganze erste Drittel des Buches, um so richtig in Gang zu kommen, was viele Leser offenbar gleich am ganzen Buch verzweifeln ließ, aber dann geht es rasant und fulminant voran, mit furiosen Wendungen, alle Achtung!

Diesmal führt die symbolologische Schnitzeljagd durch die Stadt Washington D.C. vor dem Hintergrund, dass die Gründerväter der USA vielfach Freimaurer waren. Dan Brown pflügt die bekannten und weniger bekannten Symbole Washingtons in bewährter Manier durch und verbindet sie wie immer auf beeindruckende Weise, so dass man nie so genau weiß, was noch Wahrheit, und was schon Erfindung des Romanautors ist. Wegen dieser engen Verschränkung von Wirklichkeit und Phantasie mag man die Romane von Dan Brown. (Allerdings hat das nur in Illuminati perfekt geklappt, wo die Illuminaten am Ende ja gar nicht existierten; in Sakrileg und hier ist etwas zuviel Phantasie dabei.)

Nebenthemen sind die Noetik, d.h. die Wissenschaft von der mutmaßlich metaphysischen Komponente des menschlichen Geistes, und der Glaube an dunkle Mächte, die es dann natürlich ebenfalls geben könnte, wenn es eine metaphysische Ebene gibt.

Nun zur Kritik:

Der Sinngehalt dieses Buches bricht an genau den Bruchlinien, die die freimaurerische Ideologie aufweist. Dan Brown hat diese Ideologie nicht wirklich durchschaut, und stolpert deshalb mit ihr in eine weltanschauliche Falle:

Die freimaurerische Ideologie will in ihren Reihen Menschen verschiedenster Religionen und Weltanschauungen in Frieden vereinigen. Dogmen werden abgelehnt. Über Religion und Politik darf in der Loge nicht gesprochen werden. Hinter allem steht letztlich die Idee, dass alle Religionen und Weltanschauungen am Ende auf dasselbe hinauslaufen. Die Freimaurerei will also eine Art Kernreligion sein, die den wahren Kern aller Religionen und Weltanschauungen repräsentiert und herausschält und die Menschen auf dieser Basis zusammenführt.

Doch das funktioniert so leider nicht ganz.

Die verschiedenen Religionen und Weltanschauungen laufen (leider) nicht alle auf dasselbe hinaus. Sie widersprechen sich gegenseitig ganz erheblich. Man kann eben nicht mit Buddha ins Nirwana kommen und gleichzeitig mit Jesus ins Himmelreich gelangen und gleichzeitig mit Sokrates der Wahrheit ein bescheidenes Schrittchen näher kommen (oder auch nicht), denn die Wege und Ziele von Buddha, Jesus, Sokrates usw. sind eben nicht gleich, sondern völlig verschieden, und widersprechen sich gegenseitig erheblich. Nur auf der oberflächlichen Ebene einer nichtintellektuellen „Volksfrömmigkeit“ laufen alle Religionen und Weltanschauungen auf dasselbe hinaus: Gutes tun, Geborgenheit empfinden, Riten und Traditionen pflegen. Aber das ist nicht immer und nicht zuerst das, was die Begründer der jeweiligen Anschauung meinten. – Weiter: Die Ablehnung von Dogmen durch die Freimaurerei würde fast alle bekannten Religionen und Weltanschauungen von der Mitgliedschaft ausschließen, denn ohne Lehrfundament kommt keine aus. Auch die Freimaurerei verfügt ihrerseits über einige Dogmen, z.B. die Überzeugung, dass es ein wie auch immer geartetes höheres Wesen geben muss. Und wenn man sich über Religion und Politik tatsächlich nicht austauschen dürfte, dann würde es durch die Freimaurer ja niemals eine Verständigung zwischen verschiedenen Anschauungen geben können, weshalb man diese Behauptung der Freimaurer, nie über Religion und Politik zu sprechen, für glatt gelogen halten muss.

Das soll nicht heißen, dass es falsch wäre, nach den Gemeinsamkeiten der Religionen und Weltanschauungen zu suchen und die Anhänger jener Religionen und Weltanschauungen, die zu Humanismus und Humanität fähig sind, gegen die Fanatiker und Traditionalisten zu vereinigen. Auf diesem Prinzip beruht immerhin unsere westliche Welt! Aber eine Weltanschauung sollte man daraus besser nicht machen. Die Freimaurerei funktioniert nur dann und nur deshalb, insofern ihre Mitglieder ihre jeweilige Religion bzw. Weltanschauung teilweise verleugnen und der freimaurerischen Ideologie unterordnen. Sie glauben sozusagen nicht mehr „richtig“ und tragen in ihrer persönlichen Weltanschauung einen Widerspruch mit sich herum, den sie tapfer ignorieren. Hinzu kommt, dass auch die Logen nur menschliche Organisationen sind, die dem vereinsmeierischen Elend einer Kirchengemeinde nicht wirklich etwas voraus haben. Aber wie die amerikanische Geschichte lehrt, hat es sich zum Segen der Gesellschaft ausgewirkt; ob der einzelne Freimaurer mit dieser Selbstverbiegung glücklich wurde, ist eine andere Frage.

Und genau in diese weltanschauliche Falle der freimaurerischen Ideologie ist das Buch von Dan Brown getappt. Denn genau diese Kritik wurde nicht geleistet, sondern Dan Brown schwärmt naiv im Sinne der freimaurerischen Ideologie. Und das verdirbt manches. Nur wenn man das „verlorene Wort“ vor dem Hintergrund dieser Ideologie betrachtet, ist es eine Offenbarung – ansonsten ist es schlicht Humbug, und viele Leser waren deshalb vermutlich enttäuscht. Sie haben nicht verstanden, dass es nicht so sehr der Romanautor Dan Brown ist, der hier floppt, sondern zuerst und vor allem die Ideologie der Freimaurer.

Dieser Grundproblematik sind alle anderen Irrtümer beigeordnet: Die Bibel, der Koran, die Veden usw. sind natürlich keine guten Symbole für „Alte Mysterien“, also z.B. für eine humane Ethik, wie es die Freimaurer verstehen, sondern enthalten allzu menschliche Rechtssetzungen, die mit der Autorität Gottes z.B. zum Töten von Hexen und Steinigen von Ehebrechern auffordern. Eine kabbalistische Deutung der Bibel ist ebenfalls Quark, in der Bibel stecken leider weniger Geheimnisse, als man sich wünschen möchte. Die kühle historisch-kritische Interpretation ist der gerade Weg, und nicht das Suchen nach Chiffren in Texten, die über Jahrhunderte von Menschenhand zusammenkollagiert wurden. Ein „kollektives Bewusstsein“ ist ebenfalls etwas radikal anderes als ein traditioneller Gott mit Himmelreich, und kann damit wohl kaum gemeint gewesen sein. Meditation mag lebensverlängernde Substanz im Gehirn erzeugen, aber sterben muss der Mensch dann doch irgendwann. Und Löffel verbiegen kann der menschliche Geist ebenfalls nicht. Mehr als die simple Weisheit, dass eine gute Stimmung zu guter Gesundheit und Erfolg im Leben führt, ist wohl leider nicht drin in dieser Welt.

Aber interessant ist es doch, all diese Dinge durchzudenken!

Nachträge: Einige Fehler von einer allzu flüchtigen Übersetzung sind noch enthalten („Queste“, „verschanduliert“ u.a.). Das Buch ist für stolze 26,- ziemlich bescheiden ausgestattet. An 2-3 Stellen hat Dan Brown undifferenzierte und schiefe Seitenhiebe gegen den Kampf gegen den Terror der US-Regierung eingebaut; politisch niveaulose Propaganda hat in einem guten Roman nichts zu suchen. Die Humanität der Rettungsfolter kann man nicht mit dem Zeigen sadistischer „Folter“ widerlegen, die Humanität von Verteidigungskriegen nicht mit historischen Eroberungskriegen verwechseln usw. usf.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

Thomas A. Szlezák: Platon lesen (1993)

Allgemeinbildende Grundeinsichten zu Platons Dialogen

Die Dialoge Platons sind grundlegende Texte unserer Kultur der Aufklärung und können und sollten von jedem gelesen werden. Auf einer oberflächlichen Ebene sind sie auch leicht und unmittelbar zu verstehen.

Doch wer etwas tiefer in die Materie eindringen möchte und die Frage stellt, was Platon mit seinen Dialogen genau bezweckte und sagen wollte, der ist mit „Platon lesen“ von Szlezák zunächst ganz gut bedient. Was hier über Platon gesagt wird, gehört genauso zur grundlegenden Allgemeinbildung wie die Ergebnisse der historisch-kritischen Forschung über die Texte von Bibel, Koran u.a.

Natürlich ist nicht alles, was Szlezák sagt, unumstritten, so z. B. seine Auffassungen zur Verwendung des Begriffes „Mythos“ durch Platon. Dennoch: Leseempfehlung!

Bewertung: 5 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 11. März 2011)