
Destruktive, zynische, ekelhafte Satire auf Nachkriegs-Bayern
Das Buch beginnt damit, dass eine junge Adelige auf einer Party von Tiermedizinstudenten zunächst reihum mit jedem Studenten kopuliert, zuletzt aber auch noch mit einem Schimpansen aus der tiermedizinischen Abteilung. Nachdem sie schwanger ist, fürchtet Ihre Familie, zu der auch das bayerische Königshaus gehört, allen Ernstes, dass ein Halbaffe geboren würde, der dann den Adelstitel tragen würde. Deshalb wird eine Scheinhochzeit arrangiert. En passant erfährt man, dass die Monarchie in Bayern 1918 gar nicht abgeschafft worden wäre, sondern angeblich bis heute fortbestünde. Ab Seite 34 liest man dann nicht mehr weiter, sondern überfliegt nur noch kurz die Seiten, die da noch kommen, um allüberall seine Vorurteile über dieses Buch bestätigt zu bekommen, die man auf den ersten 34 Seiten gebildet hatte. Sogar die Sprache des Buches ist schlecht, oft gestelzt und umständlich.
Es geht in dieser Satire nur um grenzdebile Monarchisten, um Nazis, und schließlich um NPDler. Daraus setzt sich dieser Satire zufolge die „deutsche“ Gesellschaft zusammen. Die Satire ist zynisch, destruktiv, ekelhaft und lächerlich überzogen. Wenn die Gesellschaft wirklich so wäre, könnte man auch gleich ganz an ihr verzweifeln. Doch es soll ja immer noch eine Satire sein, also zum Lachen, aber man weiß eigentlich nicht so recht, worüber man da lachen soll. Es wird auch nirgendwo klar, was denn der Autor selbst für sich und sein Land will. Diesem Werk nach zu urteilen, hasst der Autor sein Land so sehr, dass er es einfach nur komplett in die Tonne kloppen will. Es stellt sich auch sehr die Frage, warum dieses Machwerk den Titel „Deutsche Suite“ trägt. Denn es geht im Wesentlichen um Bayern.
Dieses Machwerk ist nur erklärbar, wenn man dem Autor einen dicken Knoten im Hirn unterstellt. Da hat irgendein unaufgeklärter linker Depp seinen ganzen vorurteilsbeladenen Rotz und Kotz über „Deutschland“ ausgekübelt, und dabei gar nicht bemerkt, dass er damit mehr über sich selbst als über „Deutschland“ verrät. Man hat Hitler, wohl mit Recht, einen nekrophilen Charakter zugeschrieben, der – ohne sich darüber im Klaren zu sein – zielsicher auf Untergang, Tod und Verderben zusteuerte. Der Autor dieses Buches ist auf demselben Weg.
Der einzige Grund, sich mit diesem Buch zu befassen, wäre ein zeithistorisches Interesse an der Stimmungslage der BRD im Jahre 1972. Wie es möglich war, dass ein solches Buch geschrieben und gelesen wurde. Es muss sehr viele dumme, destruktive und nekrophile Menschen gegeben haben, damals, zur Hochzeit des Wahns von anno 68.
Aus Rezensionen und Artikeln über den Autor und sein Buch erfährt man, dass mit dem allzu behaarten Affennachkömmling der Adelsfamilie der SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel gemeint sein soll. Sehr befremdlich. – Außerdem lebte der Autor gerne selbstwidersprüchlich: Während er als Richter Skifahrer abkanzelte, fuhr er selbst gerne Ski, und während er meinte, man könne nur in München leben, ist er selbst von München aufs Land gezogen. Verstehen muss man das nicht. Verstehen muss man nur, dass es hier nichts zu verstehen gibt.
Bewertung: 1 von 5 Sternen.
(Erstveröffentlichung auf Amazon am 04. September 2020)
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