Schlagwort: Abgebrochen

Herbert Rosendorfer: Deutsche Suite (1972)

Destruktive, zynische, ekelhafte Satire auf Nachkriegs-Bayern

Das Buch beginnt damit, dass eine junge Adelige auf einer Party von Tiermedizinstudenten zunächst reihum mit jedem Studenten kopuliert, zuletzt aber auch noch mit einem Schimpansen aus der tiermedizinischen Abteilung. Nachdem sie schwanger ist, fürchtet Ihre Familie, zu der auch das bayerische Königshaus gehört, allen Ernstes, dass ein Halbaffe geboren würde, der dann den Adelstitel tragen würde. Deshalb wird eine Scheinhochzeit arrangiert. En passant erfährt man, dass die Monarchie in Bayern 1918 gar nicht abgeschafft worden wäre, sondern angeblich bis heute fortbestünde. Ab Seite 34 liest man dann nicht mehr weiter, sondern überfliegt nur noch kurz die Seiten, die da noch kommen, um allüberall seine Vorurteile über dieses Buch bestätigt zu bekommen, die man auf den ersten 34 Seiten gebildet hatte. Sogar die Sprache des Buches ist schlecht, oft gestelzt und umständlich.

Es geht in dieser Satire nur um grenzdebile Monarchisten, um Nazis, und schließlich um NPDler. Daraus setzt sich dieser Satire zufolge die „deutsche“ Gesellschaft zusammen. Die Satire ist zynisch, destruktiv, ekelhaft und lächerlich überzogen. Wenn die Gesellschaft wirklich so wäre, könnte man auch gleich ganz an ihr verzweifeln. Doch es soll ja immer noch eine Satire sein, also zum Lachen, aber man weiß eigentlich nicht so recht, worüber man da lachen soll. Es wird auch nirgendwo klar, was denn der Autor selbst für sich und sein Land will. Diesem Werk nach zu urteilen, hasst der Autor sein Land so sehr, dass er es einfach nur komplett in die Tonne kloppen will. Es stellt sich auch sehr die Frage, warum dieses Machwerk den Titel „Deutsche Suite“ trägt. Denn es geht im Wesentlichen um Bayern.

Dieses Machwerk ist nur erklärbar, wenn man dem Autor einen dicken Knoten im Hirn unterstellt. Da hat irgendein unaufgeklärter linker Depp seinen ganzen vorurteilsbeladenen Rotz und Kotz über „Deutschland“ ausgekübelt, und dabei gar nicht bemerkt, dass er damit mehr über sich selbst als über „Deutschland“ verrät. Man hat Hitler, wohl mit Recht, einen nekrophilen Charakter zugeschrieben, der – ohne sich darüber im Klaren zu sein – zielsicher auf Untergang, Tod und Verderben zusteuerte. Der Autor dieses Buches ist auf demselben Weg.

Der einzige Grund, sich mit diesem Buch zu befassen, wäre ein zeithistorisches Interesse an der Stimmungslage der BRD im Jahre 1972. Wie es möglich war, dass ein solches Buch geschrieben und gelesen wurde. Es muss sehr viele dumme, destruktive und nekrophile Menschen gegeben haben, damals, zur Hochzeit des Wahns von anno 68.

Aus Rezensionen und Artikeln über den Autor und sein Buch erfährt man, dass mit dem allzu behaarten Affennachkömmling der Adelsfamilie der SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel gemeint sein soll. Sehr befremdlich. – Außerdem lebte der Autor gerne selbstwidersprüchlich: Während er als Richter Skifahrer abkanzelte, fuhr er selbst gerne Ski, und während er meinte, man könne nur in München leben, ist er selbst von München aufs Land gezogen. Verstehen muss man das nicht. Verstehen muss man nur, dass es hier nichts zu verstehen gibt.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 04. September 2020)

Michael Klonovsky: Land der Wunder (2009)

Ästhetisch unakzeptabel: Enttäuschung von diesem Autor

Nachdem ich den „Ramses-Code“ vom selben Autor gelesen hatte, griff ich zum „Land der Wunder“. Ein Fehlgriff. Das Buch ist im Gossenstil der „Idiot“-Bücher geschrieben, offenbar, um ein breites Lesepublikum zu erreichen. Man muss auch solche Bücher einmal gelesen haben, um über unkultiviertes Denken und Empfinden unterrichtet zu sein – aber einmal reicht völlig.

Diesmal habe ich – was ich sehr selten tue – die Lektüre abgebrochen, und zwar an der Stelle, wo der Held der Geschichte besoffen auf der Toilette seiner Freundin einschlief und vom Nebenbuhler den Hintern abgewischt bekam, welcher tags darauf mit Freundin vor dem Erwachenden steht, in Unterhosen, den Geruch von Sperma u.a. verbreitend. Das ist es, was von diesem Buch bleibt, und das muss man sich nicht geben.

Nach kurzem Überfliegen des Endes (die Freundin und überzeugte Sozialistin wurde zur Prostituierten und stirbt an Krebs) war ich mit dem Buch fertig.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 23. Mai 2015)

Juli Zeh: Adler und Engel (2001)

Wer erklärt mir dieses Buch?! Gossenliteratur?

Dieses Buch handelt von einem hippen jungen Rechtsanwalt, der es mit Karriere und Kokserei geschafft hat, Mitte 30 zu werden, ohne jemals über das Leben und dessen Sinn nachzudenken. Dann erschießt sich seine Freundin, und er versteht die Welt nicht mehr und will sterben. Eine Journalistin findet die Story interessant, und obwohl er sie wiederholt spontan zusammenschlägt, kommt die dumme Kuh immer wieder zu ihm in die Wohnung zurück, tja, was soll man da sagen. Das Buch beschreibt u.a. die unmittelbare ästhetische Wahrnehmung von Telefonhörern und von verspritztem Gehirn und andere appetittliche Dinge in sehr anschaulicher Weise.

Und auf S. 40 (ca.) habe ich dann aufgehört zu lesen, und habe nur noch vorgeblättert, und nichts gefunden, was das Weiterlesen gerechtfertigt hätte. Ich glaube jedenfalls nicht, dass sich ganz tief zwischen den Zeilen noch irgendeine Botschaft versteckt hielte, die ich übersehen hätte.

Was soll dieses Buch?
Kann mir das jemand erklären?

Na klar, es gibt solche Menschen, die geistig in der Gosse hocken, und sich ohne Religion und / oder Philosophie in ihrer kümmerlichen Welt einrichten. Aber das interessiert doch niemanden! So etwas nimmt man zur Kenntnis, aber nur einmal, um zu wissen, dass es sowas auch gibt, aber man macht da keinen Roman daraus! Dieses Buch hat es thematisch nicht verdient, geschrieben zu werden. Das Buch erinnert mich fatal an gewisse „Problembücher“ und „Problemfilme“, mit denen mich gewisse Lehrer in meiner Jugend traktieren wollten. Da ging es um Drogen, Sex, Gewalt, Abtreibung usw. Wie wenn das interessant wäre. Ich habe kein Mitleid mit Menschen, die sich ihre Probleme selbst erschaffen. Ich habe kein Mitleid mit Menschen, die statt Vernunft und Liebe (wie es sich gehört!), lieber in den Kategorien von Karriere, Koks, Gewalt und Sex denken. Das ist Gosse. Weg damit!

Das einzig Positive, was ich sagen möchte: Die Autorin kann schreiben. Aber sie sollte ihre Gabe um Himmels willen nicht dazu verschwenden, geistlose Gosse in Romanform zu produzieren.

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 11. Dezember 2017)