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Tibor Rode: Das Mona-Lisa-Virus (2017)

Leider nur ein mittelmäßiger Thriller

Diesmal leider nur ein mittelmäßiger Thriller von Tibor Rode. Noch dazu mit kleinem esoterischem Einschlag. Nein, es ist nicht gerade schlecht. Aber auch nicht wirklich gut. Insofern dann eben doch eher schlecht.

Gut ist wieder die Grundidee: Diesmal walzt Tibor Rode das Thema Schönheit aus. Bei „Das Los“ hatte das Auswalzen eines Themas ziemlich gut funktioniert. Diesmal blieb das Thema jedoch flach und ungreifbar. Es war einfach zuwenig Theorie und Geschichte dahinter. Und zuwenig Verbindung der Geschichte mit der Gegenwart.

Es gibt sogar einen unlogischen Aspekt, den eine gute Recherche verhindert hätte: Die Schönheit der Mona Lisa soll ein Werk des Teufels sein. Nun ist aber nach antiker Tradition das Schöne zugleich auch das Gute. Es passt einfach nicht.

Gut war die Idee mit der Neuroästhetik. Aber es wurde vieles nicht ausgeführt. Weder, dass für die Herstellung der Mona Lisa Mädchen sterben mussten (ähnlich wie in „Das Parfüm“; nur angedeutet), noch dass die Bilder für Neuroästhetiker sprechen können (am Ende behält die Protagonistin es für sich, und es folgt nichts aus den Botschaften der Bilder für die Handlung).

Bewertung: 3 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 06. Oktober 2018)

Tibor Rode: Das Los (2014)

Richtig gute Story technisch nicht optimal umgesetzt

Tibor Rode kann gute historische Stoffe finden und sie auch gut für einen Roman aufbereiten. Das hat er hier wieder gezeigt. Das Thema Glück und Spiel wird literarisch gelungen aufbereitet, anhand der preußischen Lotterie von Friedrich dem Großen und dem modernen Pokerspiel.

Aber bei der technischen Umsetzung zeigen sich weiterhin Mängel: Die verschiedenen Handlungsstränge fangen erst nach 2-3 Stunden Hörzeit (Hörbuch) an, sich zu verknüpfen. Das ist zu lange. Und da fängt die Zusammenführung ja erst langsam an! Das endgültige Zusammenführen der verschiedenen Handlungsstränge geschieht erst kurz vor Schluss!

Allerdings hat das Buch einen völlig überraschenden und schönen Schluss, der einen wieder versöhnt. Lesen lohnt, der Leser sollte aber wirklich bis zum Schluss die Hoffnung aufrecht erhalten, dass sich das Buch wider Erwarten doch noch rundet.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 24. Januar 2016)

Tibor Rode: Das Rad der Ewigkeit (2013)

Gelungene historische Schnitzeljagd mit noch ungehobenem Potential

Der Hintergrund dieses Historienromans ist in der Tat spannend und gut ausgesucht: Es geht um den Erfinder Orffyreus, der im 17. Jahrhunderts angeblich ein Perpetuum Mobile erfunden haben soll, und damit die damalige Fachwelt um Newton und Leibniz in Aufruhr versetzte. In Deutschland sind diese Geschehnisse weitgehend vergessen, in England jedoch sollen sie auch heute noch bekannt sein. In der Tat sind diese Geschehnisse es wert, beleuchtet zu werden.

Das schafft dieser Roman ganz ausgezeichnet, indem er auch den historischen Bergpark in Kassel mit seinem berühmten Herkules auf glaubwürdige Weise damit in Verbindung setzt, denn Orffyreus lebte damals in Kassel: So muss gute Literatur mit Geschichte umgehen: Nicht verfälschen, sondern so ergänzen, dass das bestmögliche dabei herauskommt.

Rund um diese historischen Geschehnisse entfaltet der Roman eine historische Schnitzeljagd in der Gegenwart, die von verschiedenen, teils jahrhundertealten Interessengruppen getrieben wird. Dazwischen wird in Rückblenden die Geschichte von Orffyreus Stück für Stück enthüllt, Gegenwart und Vergangenheit verzahnen und kommentieren sich … – perfekt!

Der Roman ist ein Debut und leidet deshalb an einigen wenigen Stellen unter gewissen erzählerischen und sprachlichen Schwächen, die aber angesichts der Gesamtleistung nicht weiter ins Gewicht fallen. Schon schwerer wiegt der allzu offene Schluss des Romans: Zwar sind die beiden Hauptpersonen den „Bösewichtern“ zunächst glücklich entkommen und auch sehr reich geworden, aber die „Bösewichter“ sind immer noch in der Welt und werden sie weiter jagen, davon muss der Leser ausgehen. Eine Lösung ist das nicht.

Auch die Verzahnung von Vergangenheit und Gegenwart passte nicht immer. Teilweise liefen die beiden Handlungsstränge unverbunden nebeneinander her. Deshalb ein Punkt Abzug. Bei Behebung solcher Schwächen ist von diesem Autor aber noch einiges zu erhoffen.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

(Erstveröffentlichung auf Amazon am 18. Februar 2014)