Es ist ein Anfang – lasset uns hoffen

Wie soll man diesen Text einordnen? Es ist praktisch das Gedankenprotokoll von zwei mehr oder weniger verklemmten, neurotischen und – sic! – nekrophilen Menschen, das in seiner ganzen Alltäglichkeit ausgebreitet wird.

Als literarische Übung könnte man es durchgehen lassen, immerhin gehört einige Introspektion dazu, so einen Text auch nur denken zu können. Ebenso akzeptabel wäre der Text als Plot für eine von mehreren Figuren eines Romans, sofern eine literarische Verarbeitung geleistet würde. Denn Literatur muss die Realität zum Thema haben können, sofern sie sie verarbeitet. Auch als Tagebuch einer realen Person wäre es hinnehmbar, oder als Krankenakte der Psychiatrie.

Aber als Roman funktioniert es nicht. Literatur ist, wenn man etwas daraus macht. Und das fehlt hier.

Beim Lesen kamen mir böse Worte in den Sinn, z.B. „Scheißhausliteratur“. Oder böse Gedanken, etwa, dass dies nun wohl ein typisches Beispiel für jene Gossen-Literatur sei, die von der linksliberalen Schickeria die Literaturpeise zugeschustert bekommt. Aber zu solchen Hämmern muss man nicht greifen.

Es ist einfach ein missglücktes Werk. Eine Übung. Ein Anfang vielleicht. Die Autorin könnte es doch besser. Schritt für Schritt. Von Mal zu Mal. Sie sieht doch so intelligent aus und versprüht Esprit. So beruhige ich mich in einem solchen Fall dann immer selbst.

So hoffe ich dann immer und setze auf das Gute im Menschen. Möge mir niemand diese Hoffnung zerstören.

Bewertung: 2 von 5 Sternen.

(Vermutlich Erstveröffentlichung in einer sprachlich „gezähmten“ Version auf Amazon 2009; dort jedoch nicht mehr vorhanden.)